Im Rahmen verschiedener Kompensationsprojekte sichert und entwickelt die Stiftung zahlreiche Grünlandbestände im Kreisgebiet, dazu zählen Berg- und Feuchtwiesen in den Höhenlagen sowie Magerwiesen und Halbtrockenrasen im Mosel- und Rheingebiet. Sie gehören zu den artenreichsten Lebensräumen in unserer Landschaft und verdanken ihre Entstehung einer traditionellen extensiven Heunutzung. Die Flächen werden nicht gedüngt und meist nur einmal spät im Jahr gemäht.
Der Fetthennen-Bläuling (Scolitantides orion) ist ein deutschlandweit stark gefährdeter, punktuell verbreiteter Tagfalter. Markantes Merkmal sind seine Schwarz auf Weiß gepunkteten Flügelunterseiten mit oranger Binde. Wie der Name bereits vermuten lässt, besteht eine enge Bindung an die Fetthenne: Nur an dieser Pflanze, vorzugsweise an der Großen Fetthenne, entwickeln sich seine Raupen. Besiedelt wird von dem seltenen Schmetterling ein Mosaik aus Felsen, wärmeliebenden Gebüschen, Brachen und blütenreichen Säumen.
Das Feuchtgebiet Nothbachtal bei Rüber ist aufgrund seiner artenreichen Fauna überregional von hoher naturschutzfachlicher Bedeutung. Durch starken Schilfbewuchs hat Gebiet in den vergangenen Jahren leider viel von seiner Wertigkeit eingebüßt, weshalb dringend Handlungsbedarf gegeben war: Seltene Vogel- und Amphibienarten wie Rohrweihe, Teichhuhn, Rohrammer sowie Kreuz- und Wechselkröte sind durch das Überwuchern der Flächen mit Schilf und Röhricht massiv gefährdet.
Was auf den ersten Blick durch den Einsatz schweren Geräts martialisch aussieht und das Gelände optisch in eine Mondlandschaft verwandelt, dient dem Wohl und Erhalt vieler gefährdeter Tiere: So ist die Kleine Pechlibelle auf offene Pioniergewässer angewiesen und wurde nach den ersten Maßnahmen im Winter 2023/2024 am Kieselberg wiederentdeckt. Etwas tiefere Gewässer mit einigem Bewuchs besiedeln Molcharten wie der Kammmolch. Er ist laut Roter Liste in Rheinland-Pfalz stark gefährdet und steht unter strengem Schutz.
Alleine auf einer Kernfläche von gerade einmal vier Hektar, dies entspricht etwa der Größe von fünf Fußballfeldern, verfügt das Naturschutzgebiet Michelberg bei Ochtendung über eine überregional bedeutsame Flora und Fauna: Über 200 Pflanzenarten wachsen in diesem Teil des insgesamt 22 Hektar großen Areals, hinzu kommen zahlreiche Spinnen‑, Käfer‑, Heuschrecken- und Nachfalter-Arten. Besonders beeindruckend sind die über 40 nachgewiesenen Tagschmetterlings-Arten.
Arme Böden, reiche Flora Die Orchideen-Wiesen im Moseltal verdanken ihre Entstehung der letzten Eiszeit: Feinster Sand wurde über weite Strecken verweht und als Löß unter anderem auch im Moselgebiet abgelagert. Dieser ist basenreich, ansonsten aber arm an Nährstoffen – ideale Voraussetzung für die Entwicklung sogenannter Trespen-Halbtrockenrasen. Diese zählen zu den buntesten und artenreichsten Lebensräumen in…
Eine Herde Karpatischer Wasserbüffel leistet seit 2016 im Naturschutzgebiet „Thürer Wiesen“ einen wichtigen Beitrag zu Natur- und Landschaftsschutz. Im wahrsten Sinne des Wortes beißen die imposanten Tiere sich in dem Feuchtgebiet durch: Rohrkolben, Schilf und grasartige Pflanzen werden durch die Büffel erfolgreich beseitigt und so eine Verschilfung des Gebietes verhindert. Auf einer Fläche von 15 Hektar strukturieren die robusten Wiederkäuer kontinuierlich die vorhandenen Grün- und Gewässerflächen.
Die weitläufigen Heideflächen in der Osteifel mit ihren charakteristischen Wacholderbüschen bieten zahlreichen seltenen und bedrohten Arten einen unersetzbaren Lebensraum. Die Stiftung ist hier bereits seit 2012 aktiv und setzt auf rund 120 Hektar regelmäßig Maßnahmen um. Profiteure der Pflegeeinsätze sind unter anderem die Heidelerche oder der Warzenbeißer. Damit die Heide ihre Lebensraumeignung für diese und viele andere Tiere und Pflanzen nicht verliert, müssen aufkommende Gehölze wie Besenginster oder Brombeergebüsch regelmäßig entfernt und ein Überwuchern verhindert werden.