Die vier Weißstorch-Küken aus den Thürer Wiesen wurden zum ersten Mal zusätzlich zu den Herkunftsringen auch mit GPS-Sendern ausgestattet. (Copyright: Christian Reis)ilgers)
Storchen-Nachwuchs erhält Ringe und erstmals GPS-Sender
Zehn Küken auf allen drei Plattformen: So lautet die diesjährige Weißstorch-Bilanz auf den Projektflächen der Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz. Vier der Jungstörche in den Thürer Wiesen wurden gestern beringt und erstmals zusätzlich mit GPS-Sendern ausgestattet. Ihre Zugwege und Aufenthaltsorte können damit künftig öffentlich über die App „Animal Tracker“ verfolgt werden.
Die Beringung und Besenderung der Tiere erfolgte in Kooperation mit der Vogelwarte Radolfzell und dem Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie. Mithilfe eines Hubsteigers ließ sich Storchenexperte Christian Reis vorsichtig zur rund zehn Meter hoch gelegenen Storchenplattform herauffahren. Nach einem kurzen Gesundheits-Check befestigte der ehrenamtlich tätige Fachmann am rechten Bein der Jungstörche einen Carbonring und am linken den GPS-Sender. Die individuelle Ringnummer ermöglicht es, die Tiere weltweit ihrem Heimatort zuzuordnen.
„Zweimal gab es bereits Lebenszeichen unserer Eifler Störche, beide Male wurden sie in Marokko gesichtet“, berichtet Tanja Stromberg von der kreiseigenen Stiftung für Natur und Umwelt. „Dass wir die Wege unserer Störche dank der GPS-Sender nun selbst nahezu in Echtzeit verfolgen können, ist für uns etwas ganz Besonderes. Natürlich hoffen wir, dass alle vier Tiere ihren ersten Zug erfolgreich meistern und gesund in ihren Winterquartieren ankommen.“
Gerade dieser erste Zug gilt als besonders risikoreich. Viele Jungstörche unterschätzen die Gefahr von Stromleitungen oder sterben unterwegs an Erschöpfung.
Ideale Bedingungen im artenreichen Feuchtbiotop
Dass in der Eifel bereits im dritten Jahr in Folge erfolgreich Weißstorch-Nachwuchs aufgezogen wird, ist auch das Ergebnis der langjährigen Naturschutzarbeit der Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz. Die artenreichen Feuchtbiotope, insbesondere in den Thürer Wiesen, bieten mit ihrem hohen Anteil an offenem Grünland ideale Lebensbedingungen und ein reichhaltiges Nahrungsangebot aus Fröschen, Mäusen, Regenwürmern und weiteren Kleintieren.
Neben den Thürer Wiesen gab es in diesem Frühjahr erneut auch auf den beiden anderen Storchenplattformen der Stiftung im Nothbachtal und in den Bahner Wiesen bei Kruft Storchen-Nachwuchs. „Das ist ein weiterer Meilenstein für den Naturschutz in unserem Landkreis“, freut sich Tanja Stromberg.
Das Storchen-Projekt wird seit 2019 von der Sparkasse Koblenz gefördert. Auch dort freut man sich über die positive Entwicklung: „Eine tolle Nachricht, dass wir dieses Jahr wieder Nachwuchs auf der Storchenplattform haben. Es ist schön zu sehen, dass sich das Projekt zur Wiederansiedlung des Weißstorchs so erfolgreich entwickelt. Das zeigt uns, dass sich unser finanzielles Engagement in unsere Natur und unsere Heimat lohnt“, erklärt Jörg Perscheid, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Koblenz.
Zum wiederholten Mal unterstützte zudem die Firma SHK Arbeitsbühnen aus Polch die Aktion und stellte den Hubsteiger für die sichere Durchführung der Beringung zur Verfügung.












